Was wir wollen
Was wir wollen
Wie bereits erwähnt steht die Weiterentwicklung unseres Gartenprojekts auf der Kippe. Zum einen ist da das Bauamt, das auf Grund der geltenden Baugesetze eine Wiederbewohnung bzw. –bebauung verbietet. Zum anderen ist da der Gemeinderat, der kein Interesse zeigt, eine solche Lebensraum-Oase in ihrer Gemarkung zu etablieren. Im Gegenteil: Auf offene oder verdeckte Art und Weise wird versucht, uns dort zu vertreiben.
Wir können nicht verstehen, dass ein Grundstück, das fast 100 Jahre bewohnt war und auf ökologische Art und Weise genutzt werden könnte, einfach plattgemacht werden soll. Nicht allein, dass dadurch das Grundstück wieder der Verwilderung und Vermüllung preisgegeben würde (vielleicht stecken auch andere Interessen dahinter?), sondern dass auch die Produktion von ökologisch erzeugten Nahrungsmitteln, die Möglichkeit von Bildung und Entspannung in der Natur sowie letztlich auch unsere Lebenspläne zunichte gemacht werden. Noch absurder wird es, wenn offenbar mit unterschiedlichem Maß gemessen wird: Was bei manchen durchaus möglich ist oder toleriert wird, wird bei anderen kategorisch ausgeschlossen. Werden wirklich alle gleich behandelt? Was genau sind die Hintergründe dafür? Um dieser Frage nachzugehen, suchten wir den Kontakt zu verschiedenen Menschen und Institutionen. Was wir dabei erlebt und erfahren haben, kann man in der „Chronik“ nachlesen.
Trotz allem sind wir zu dem Schluss gekommen nicht zu resignieren, sondern zu kämpfen. Deshalb haben wir uns entschlossen, „unseren Fall“ öffentlich zu machen. Dadurch kann/soll sich jeder/r selbst seine Meinung bilden.
Wir sind zu dem Schluss gekommen, dass der ursprüngliche Sinn der (Bau)Gesetzgebung in seiner jetzigen Form und Umsetzung den Lebensrealitäten nicht entspricht. Im Moment ist die Rechtslage so, dass es nur für Großprojekte/Großinvestoren die Möglichkeit gibt, Flächen im sogenannten Außenbereich zu nutzen. So können z.B. Atomkraftwerke, Tiermastanlagen, Funkmastanlagen gebaut werden, ebenso wird durch Gewerbe- und (neue) Wohnsiedlungen, Autobahnen etc. der Flächenverbrauch vorangetrieben. Auf der anderen Seite wird es einem Schäfer verwehrt, eine Unterstellhütte auf der Weide zu errichten oder eine Reithalle darf nicht an der Koppel, wo sie sinnvollerweise hingehört, gebaut werden. So sollen auch alte Gemäuer lieber verfallen oder abgerissen werden als dass eine sinnvolle Wiedernutzung ermöglicht wird.
Es stellt sich für uns die Frage: Wem gehört eigentlich das Land?
Dass man nach 30 Jahren Wiedervereinigung diese Frage erneut stellen muss – das treibt uns um.